Wein für Jedermann

Wein für Jedermann

Camasella Appassimento 2021 

Herkunft / Traube: Apulien / "Diverse"

Land: Italien

Jahrgang: 2021

Alkoholgehalt: 15%

Geschmacksrichtung: lieblich

Verschluss: Schraube

Preis: 3,99€ / ?

Bewertung: 4 von 5

Geruch / Blume
Umgehend auffällig sind heftige Rauchnoten, die auch etwas von der Asche verbrannten Holzes mitbringen. Daneben nur noch ein Hauch von Frucht und Gerbstoffen, sowie etwas Seifiges. Steht der Wein länger (ungeschwenkt), tritt das Rauchlastige ein wenig zurück. In der zweiten Nase immerhin mehr Frucht, die sich in Richtung Kirsche bewegt, sonst ganz ähnlich rauchlastig wie zuvor.

Geschmack / Mundgefühl
Das Volumen des Camasella explodiert so schlagartig, dass man fast nach Luft schnappt, der Wein ist sofort praktisch überall, hat direkt Holziges und Fruchtiges, sowie "fleischiges" Mundgefühl im Gepäck. Umso erstaunlicher das große Loch dort, wo man jetzt - nach dem Beginn - wirklich Körper erwartet hätte, der Appasimento findet tatsächlich nur "außen" im Mundraum statt. Apropos "Appassimento": Die klebrige Süße, die im Laufe der Jahre einige derartige Kandidaten im Testfeld charakterisierte, braucht man anfangs nicht zu fürchten... doch mit der Zeit addiert sich (statt Pelz, mal was anderes) die Süße doch zu einer gewissen Klebrigkeit. Immerhin schließt sich so parallel das beschriebene dicke Loch. Darüber hinaus finden sich im Geschmack die Raucharomen wieder, ebenso das Holzige, ohne, dass es wirklich an Tannine erinnerte.
Kaum benennbare Säure, fast kein Belag, Null Pelz.

Abgang / Nachgeschmack
Der schwache Abgang ist unerwartet mild und - eher erwartbar - leicht süßlich, ebenso, dass das Süßliche den Nachgeschmack dominiert, in Form von reichlich Türkischen Honigs (auch im Mundgefühl), garniert mit Zitrusfrucht, die mäßig an gezuckerte Pampelmuse erinnert. Später exakt jenes Süße und Mundgefühl, das an eine vertilgte Tüte Gummibärchen erinnert. Bleibt leider gar zu lange.

Fazit
Der Camasella Appassimento des Jahrganges 2021 startet ungewöhnlich, gleitet dann aber doch in die (mir) viel zu Süße Ecke ab.
Aber: Das muss man in Kauf nehmen bei eben einem Appasimento, und ich denke, es kann entsprechend nicht zur Abwertung führen. So bleibt eine durchschnittliche "4" - und die Gewissheit, dass dieser Jahrgang für mich persönlich eher nichts ist.

Obacht!!!
Dieser Wein enthält 15Vol/% Alkohol!
Um sich die Wirkung als Relation zu vergegenwärtigen:
Wenn Sie drei Flaschen dieses Weines tränken, dann hätten Sie annähernd so viel Alkohol intus wie nach einer ganzen Flasche Whisky!!! Und zumindest während der Verkostung war davon subjetiv nichts zu spüren! (Nachtrag - eine halbe Stunde später, das Glas war noch nicht ganz geleert, dann schon. Puh!)
Dass Alkohol ein Krebs-Promotor und ein Zellgift ist, darauf wurde auf diesen Seiten über die Jahre ja schon oft hingewiesen, aber lieber einmal mehr als einmal zu wenig!

Aktuell noch das Bild des Vorgängers


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