Wein für Jedermann

Wein für Jedermann

Merlot 2021 

Herkunft / Traube: ?  / Merlot

Land: Frankreich

Jahrgang: 2021

Alkoholgehalt: 12,5%

Geschmacksrichtung: trocken

Verschluss: Schraube

Preis: 2,29 (früher 1,99€)

Bewertung: 3 von 5

Geruch / Blume
Die erste Nase ist äußerst flach, hat aber mit deutlicher Pflaume auch etwas Interessantes in Petto. Mit trockenen Gerbstoffen kantiger nach dem Schwenken, immer noch dezente Frucht, ist aber nicht mehr so pflaumig (um mal ein Substantiv ungewöhnlich zu adjektivieren). Später weniger trocken, gefälliger, und mit Leder vom Schuster auch richtig gut... und richtig schnell verschwunden, dann bleiben nur Reste der Tannine zurück.

Geschmack / Mundgefühl
Sehr cremig von Beginn an das Mundgefühl, nur in der Gaumenmitte ebenso direkt ziemlich stachelig mit feinnadligem Belag. Weniger vom Beidem im nächsten Schluck, im Mundgefühl trockener, weniger nörgelnd der Gaumen. Kaum noch Frucht, kaum etwas Süßes, es wird grüner, herber, und von den Gerbstoffen bleibt - ansatzweise - frisch abgezogene Rinde. Das Volumen ist durchaus ansprechend, ein Hauch von Struktur zudem im Mundgefühl, Körper bleibt aus.
Sehr mineralisch die spürbare, aber dennoch unaufdringliche Säure. Der Belag verschwand, Pelz stellte sich so gar nicht erst ein.

Abgang / Nachgeschmack
Kein Abgang. Schneller Schwenk in die Fraktion "abgetakelte Mandarine(nschale)" im Nachgeschmack, aber dies ebenso unaufdringlich wie schon bei der Säure. Vergeht rasch, oxidiert so auch nicht weiter. Später dann doch abgeleckte Briefmarke. Na-ja!

Fazit
"Na-ja" ist ein gutes Fazit: Der Wein hat zwar keine Fehler, haut aber auch nicht vom Hocker, sieht man von der Ledernote in der Blume ab. Kann aber sicher öfter mitnehmen, wenn man keinen Schnüff auf komplizierte oder kräftige Weine hat. So werde ich es jedenfalls halten (zumal sowohl der Merlot Pfalz auch der Bio-Sonne-Merlot aus meiner NORMA-Filiale verschwunden sind - die waren immer gut für den Einkaufswagen).

Geruch / Blume
Vor allem grüne Noten in der ersten Nase, trockenes Gras, abgestandenes Blumenwasser, eine Frucht ganz weit im Hintergrund. Dicht und zeitlich kurz die Schweißwolke nach dem Schwenken, dann ganz ähnlich wie zuvor, im Ganzen dumpfer, etwas Leder, später mehr Frucht als Grün. Nicht unkomplex!

Geschmack / Mungefühl
Und nicht un-scheinbar! Umgehend große Präsenz, fruchtiger, dennoch weiter herb vom Grünen, das schon die Nase dominierte. Auffällig die außerordentliche Struktur, keine Spur wässrig oder laff. Trotzdem will sich kein Körper einstellen, denn der Wein schafft es nicht bis in den hinteren Mundraum. Und als hätte er im Glas mitgehört: Nun wird es wässriger und laffer, Reste der Struktur bleiben aber vorhanden. Dafür begibt sich der Merlot jetzt auch weiter nach hinten, wo es ebenfalls dezent herb zugeht, nur Ansätze von Frucht, das Herbe steht im Vordergrund.
Was vor allem mehr und mehr in den Vordergrund rückt, ist der pelzige Belag, der vorne alles verkleistert und mit jedem Schluck dicker und dicker wird. Die mineralische Säure zu finden ist so echte Konzentrationsarbeit...

Abgang / Nachgeschmack
... die beim Abgang dann komplett versagt, zu dick der Belag inzwischen. Außerdem begann der Gaumen bereits zu kokeln, was vom Pelz verdeckt wurde. Schwache Mandarine (alt + -Schale) als Frucht jetzt. Immerhin verschwindet der Belag leidlich schnell.

Fazit
Vielversprechend gestartet mit einer herb-grünen Blume bleibt zum Schluss nur dieser Belag. Das ist wirklich schade.


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