Wein für Jedermann

Wein für Jedermann

Vis Primitivo 2021 del Tarantino

Herkunft / Traube: Apulien, Salento / 90% Primitivo del Tarantino, 10% Aglianico

Land: Italien

Jahrgang: 2021

Alkoholgehalt: 14%

Geschmacksrichtung: trocken

Verschluss: Sehr guter Kork

Preis: 4,99€

Bewertung: 3 von 5

Geruch / Blume
An der ersten Nase fällt besonders das Alkoholische auf, das die ansatzweise süßliche Frucht begleitet, fast schon dominiert. Die Blume schwenkt schnell um in Trockeneres, holzige Tannine jetzt statt der Frucht. Das Leder, das nach dem Schwenken erscheint, deutete sich schon kurz zuvor an. Der alkoholische Aufzug jedoch bleibt erhalten, was ein wenig irritiert und später auch etwas in Richtung frischer Zitrone entwickelt. Steht der Wein länger offen, vergeht der Aufzug, es bleiben trockene Gerbstoffe - und jene Zitrone...

Geschmack / Mundgefühl
... die sich umgehend im Geschmack wiederspiegelt als bestimmende fruchtige Tendenz; zum Glück nicht Zitronen-sauer, aber so richtig was von Primitivo stellt sich beim Vis des Jahrganges 2021 bislang nicht ein (*). Während es am Volumen wenig zu bemäkeln gibt, fängt der Gaumen umgehend ordentlich Feuer, und statt sauer zu werden bekommt Zitrusnote Zucker zur Seite, sodass es doch recht süß zugeht, von der Assoziation jetzt mehr die gezuckerte halbe Pampelmuse gehend. Die Tabak-Note, die sich mit der Zeit einstellt, will nun so gar nicht passen...
Das Ganze ist körperfrei, wirkt über die Maßen leicht und süffig, ein wässriges Mundgefühl ohne bemerkenswerte Struktur hilft dabei mit. Eine unentschiedene Säure ist harmlos, Belag oder Pelz gibt es nicht.

Abgang / Nachgeschmack
Der abgefackelte Gaumen verhindert den Blick (falls ein Gaumen einen Blick verhindern kann) auf den schwachen Abgang. Im Nachgeschmack bonbonartig süß, nicht so übel, wie es sich liest, aber doch meilenweit von der Erwartung entfernt. Verändert sich dafür kaum über längere Zeit. Leider.

Fazit
Auf der Suche nach DEM Primitivo muss sich der 2021 Vis aber ganz weit hinten anstellen... Herrjeh... Naja, jedenfalls eine Verkostung, die nicht die Bohne langweilig war und ist, dafür kann man auch 4,99€ ausgeben... Aber nur dafür.
Dieser Jahrgang kommt über eine "3" nicht hinaus. Leider. Am naheliegensten ist, dass er zu früh auf die Flasche gezogen wurde, dazu passt das komplett unstete, unausgereifte Gesamtbild.

(*) Allerdings besteht der Wein ja bekennend nicht ausschließlich aus der Primitivo-Traube.

Auf eine Referenzierung zum zuletzt verkosteten 2019 Vis wurde verzichtet, da schon die erste Nase mit jenem nichts gemein hatte - was sich verstetigte.

Praktisch jedenfalls bei diesem Wein: Man muss keine aktuellen Bilder bearbeiten, da der Jahrgang vorne nicht mit drauf ist auf dem Etikett.


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