Wein für Jedermann

Wein für Jedermann

Casa Leone Primitivo di Manduria 2020

Herkunft / Traube: Manduria (Apulien) / Primitivo

Land: Italien

Jahrgang: 2020

Alkoholgehalt: 14%

Geschmacksrichtung: trocken

Verschluss: sehr guter Korken

Preis: 6,99€

Bewertung: 5 von 5

13.03.20

Geruch / Blume
Mit leicht herben, dunklen Beeren, einer schwachen Süße im Hintergrund, dezent rauchig und von trockenen Tanninen begleitet gibt sich der Casa Leone deutlich als Primitivo zu erkennen. Die Beeren verschwinden ziemlich schnell, das Trockene bleibt zurück, Steinstaub kommt hinzu, das Ganze immer noch sehr komplex, auch nach längerem Stehen. Kurz nur harmlose Schweißnoten, die zweite Nase wieder etwas süßer, jetzt mehr aus der Karamell-Ecke stammend. Ansonsten sehr ähnlich wie zuvor.

Geschmack / Mundgefühl
Nun nicht mehr so trocken, mild im Mundgefühl - und mit einem riesen-Loch im mittleren Mundraum, sodass man "Volumen" nicht in den Mund nehmen möchte (auch wenn genug Platz wäre - Dank des Loches). Zum Milden passen die dunklen Beeren, die wir schon aus der ersten Nase kennen, nur erheblich klarer jetzt, der Wein wirkt in Summe fruchtiger - mit einem Hang zum Herben. Dazu passen die holzigen Gerbstoffe, auch ein Ton von Kork schwingt mit, weit entfernt vom berüchtigten "Korkschmecker", sowie eine Note, die an Tabak erinnert (also den Geruch - nicht den Geschmack!).
Währenddessen schließt sich das monströse Loch ein wenig; sehr gefällig auch die Struktur, die sich mehr und mehr entwickelt und zu einer Art Charakter verhilft. Bis in den hinteren Mundraum jedoch schafft es der Wein immer noch nicht.
Sehr mineralisch die feine, unaufdringliche Säure. Weder Belag noch Pelz.

Abgang / Nachgeschmack
Mild der Abgang, dessen schwache Süße danach geradezu aufblüht. Mit der "Zitrusfraktion" seit längerem (im Testfeld) mal wieder ein Nachgeschmack, der diesen Namen auch verdient: Angetrocknete Mandarinenstücke ohne überbordende Süße oder vergammelnde Schale. Richtig gut. Und hält richtig lange an, ohne irgendwohin zu oxidieren - noch besser.

Fazit
Als bekennender Freund der Primitivo-Traube neige ich dazu, besonders strenge Maßstäbe an die aus dieser Rebe gekelterten Gewächse zu legen... nobody is perfect. Wenn man sich solcher Schwächen bewusst ist, ist's auch egal, denn sie gelangen vom Unter- in das Bewusstsein - und hier kann man aktiv damit arbeiten.
Oder kurz gesagt: Ich kenne bessere Primitivo, aber der hier gehört zu den guten.
Und da sich zudem das Volumen erfreulich mit der Zeit doch noch entwickelt, bekommt der Casa Leone schlussendlich doch die "5". Selbst wenn ich bessere Primitivo kenne. Und selbst für 6,99€


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