Wein für Jedermann

Wein für Jedermann

Solco Toscana Piccini Appassite 2020

Herkunft / Traube: Toskana / ?

Land: Italien

Jahrgang: 2020

Alkoholgehalt: 12%

Geschmacksrichtung: mäßig trocken

Verschluss: Perfekter Kork (*)

Preis: 4,98€

Bewertung: 4

Geruch / Blume
Dichte erste Nase mit reichlich "dunklen Beeren", die von kantigen Gerbstoffen begleitet werden. Eine zeitnah auftretende, frische Komponente ist nicht recht zuzuordnen, doch sie hat einen Hauch von Pfefferminz. Einen Hauch. Kaum Änderung nach dem Schwenken, anfangs wieder gerbstofflastiger, dann erneut frischer.

Geschmack / Mundgefühl
Vor dem Einziehen der Luft merkt man praktisch noch gar nichts vom Solco, danach ist er umgehend präsent fast im gesamten Mundraum und überrascht mit einer ansprechenden, fruchtigen Süße, die jetzt mehr aus Richtung Erdbeere, leicht gezuckert, kommt. Reste der Gerbstoffe, immer noch recht trocken, sorgen am hinteren Gaumen für einen fein-herben Kontrast. Zwar kaum Körper, aber im Mundgefühl von feiner Struktur, der Ansatz von Wässrigkeit ist wirklich nur ein Ansatz und trübt das Bild nicht - im Gegensatz zu dem pelzigen Belag, der sich pro Schluck an vorderer Zunge und Gaumen weiter addiert - und stetig länger braucht, bis er verduftet.
Die eher mineralische Säure ist so hintergründig, dass man fast vergisst, über sie zu berichten.

Abgang / Nachgeschmack
Kein Abgang wäre wieder mal gelogen, aber das Wenige lässt sich nicht wirklich fassen. Klarer hingegen, dass man auf Nachgeschmack fast komplett verzichten muss, es bleibt etwas Herbes, leider auch der Belag vor allem auf der Zunge, das dafür länger... nunja! Immerhin keine weitere Oxidation zu Fehlnoten in Richtung Pappe o.Ä.

Fazit
Den Solco aus der Toskana habe ich als Nächstes aus dem Großeinkauf bei Netto ausgesucht, mir versprechend, etwas Wuchtigeres im Glas zu finden als den (guten) zuletzt verkosteten Blauen Zweigelt. Das war jetzt nur ansatzweise "erfolgreich" - aber sicher auch keine Enttäuschung. Der Wein ist präsent, hat mit der feinen Süße und dem leichten, herben Kontrast eigenen Charakter - und bekommt problemlos die "4".

Übrigens
Ein gutes Beispiel, dass ein Appassimento nicht zu süß werden muss!

(*) Der Korken
Wie albern kann es sein, einen perfekten, natürlichen Korken, der im Allgemeinen dafür sorgen würde, dass sich der Wein über die Jahre entwickelt, mit einem fetten, luftundurchlässigen Plastikfilm zu ummanteln???
Dann doch besser direkt ein Schraubverschluss - das sparte Ressourcen ohne Ende!


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